Knorpelschutz­therapie

Bewegung und Belastung bedeuten Stress für unseren Gelenksnorpel. Wenn durch eine Verletzung noch ein zusätzlicher Knorpeluntergang passiert, kann das Problem behandlungspflichtig werden. Problem deshalb, weil kaputter Knorpel nicht regenerieren und auch nicht gleichwertig nachgebildet werden kann.

von Dr. Erwin Aschauer

Die Degeneration von Gelenksknorpel ist ein völlig normaler Alterungsvorgang und betrifft jeden von uns. Durch Verletzungen oder Überbelastungen (Lebensstil, Sport, Beruf) kann dieser Vorgang aber beschleunigt – und deshalb schon in jungen Jahren zum Problem werden. Nämlich wenn man noch ambitionitert sein Leben genießen und auf nichts verzichten möchte.

Die Bezeichnung Knorpelaufbauspritzen täuscht etwas vor, das nicht möglich ist: zerstörter hyaliner Gelenksknorpel kann nicht „nachwachsen“, sondern ist für immer verloren. Verletzungsbedingte Knorpeldefekte werden mit minderwertigem Faserknorpel aufgefüllt, bei der Arthrose wird der Knorpelbelag einfach immer dünner. In beiden Fällen wird die Oberfläche des Knorpels rau, was natürlich die weitere Schädingung durch mechanische Beanspruchun begünstigt.

Was die in die Gelenke gespritzen Substanzen (Hyaloronsäure in öliger Lösung) aber bewirken, ist eine Glättung der Oberfläche, in die sie eingelagert werden, was den weiteren Verschleiß bremst. Deshalb lautet die korrekte Bezeichnung dieser Therapieform Knorpelschutztherapie.

Prinzipiell anwendbar sind diese Präparate in allen Gelenken, praktikabel ist das nur bei den großen – in erster Linie am Knie. Knorpelschäden im Knie machen die größten Probleme, da man dieses Gelenk ja mit jedem Schritt mit dem vollen Körpergewicht belasten muss. Außerdem ist das Knie jenes Gelenk mit der größten Knorpelfläche, es macht also Sinn , hier lokal zu behandeln. Und zudem ist eine Injektion ins Knie technisch sehr einfach – es kann eigentlich nichts schiefgehen.

Es gibt Präparate, die einmalig angewandt werden und solche, die in Serien zu je 3 oder 5 Injektionen gegeben werden. Die Wirkung ist gleich. Es sind keine zusätzlichen Maßünahmen erforderlich, man kann beispielsweise sofort nach der Injektion wieder Sport betreiben – Bewegung im Anschluss ist sogar günstig, weil sich die Flüssigkeit dann gleichmäßig im Knie verteilt.

Im Akutfall kann für rasche Schmerzlinderung Hyaloronsäure auch in Kombination mit Cortison eingesetzt werden.  Diese Einmalspritzen sind aber sehr teuer (200 bis 250 €).

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